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Willkommen auf der Startseite der SAALACH-ALLIANZ!

Wir freuen uns, Sie auf der Informationsseite www.saalach-allianz.info begrüßen zu dürfen.
Das Hochwasserereignis 2013 hat die Schwachstellen an der Saalach deutlich aufgezeigt.
Sowohl in Österreich, wie in Deutschland, haben die Fluten große Schäden verursacht.
Im Februar 2014 haben sich daher Naturschützer, Fischer und Kanuverbände aus Österreich und Bayern
zur Saalach-Allianz zusammengeschlossen.
Auf unsere Website wollen wir Sie ausführlich und zeitgerecht über Themen zur Saalach informieren.


Die naturnahe Saalach beim Käferheimer Wehr

Ausleitungskraftwerk Unken

Seit längerer Zeit gab es schon Gerüchte um diese Kraftwerksprojekt. Nun wurde die 'Katze aus den Sack gelassen'.
Hier ein Bericht von der Gemeinderatssitzung im Rathaus Unken am 18. Januar 2018


Der Sitzungssaal im Unkener Rathaus hat so etwas noch nie erlebt. Das meint jedenfalls Bürgermeister Hubert Lohfeyer. Gemeint hat er den Zuschauerandrang und das öffentliche Interesse. Grund dafür sind die Pläne für ein Wasserkraftwerk. Errichtet werden soll das Ausleitungsbauwerk im Ortsteil Niederland der Gemeinde Unken, nördlich der Einfahrt in den Achbergtunnel, unterhalb der Grenztankstelle.

Von dort wird das Wasser der Saalach 6,3 Kilometer durch einen Triebwasserstollen mit fünf Metern Durchmessern durch den Kienberg geleitet bis zum geplanten Kraftwerk zwischen der Saalachbrücke in Schneizlreuth und dem Ortsteil Fronau. Die Saalach würde auf eine Länge von 7,1 Kilometer beeinträchtigt. Das Kraftwerk soll ca. 47 Mio. Kwh/a Strom erzeugen und damit 13.000 Drei-Personenhaushalten versorgen können.

Vorgestellt wurde das Projekt von Franz Leikermoser (Tankstellenbetreiber) Josef Reschen (ehem. Bgm. von Salzburg) und Herrn Abfalter. Leikermoser kündigte eine 'offene und ehrliche' Beteiligung der Bevölkerung an und sieht das Projekt als Konsequenz der anstehenden Energiewende und der Dekarbonisierung.

Die Details nannte Josef Reschen: Kraftwerksgröße 9,6 MW. Wasserfassung und Rückstau vor dem Schlauchwehr ca. 600 Meter. Zur Wasserableitung wird ein Schlauchwehr mit 1,90 Metern Stauhöhe errichtet. Möglichkeiten für den Fischaufstieg und –abstieg werden eingebaut. Die Restwassermenge werde so dimensioniert, dass bei einem mittleren Niedrigwasser 80 bis 90 Prozent der Wasserfläche erhalten bleiben.

In der Diskussion wurde die Restwassermenge dann von den Zuhörern (die neben den Räten ebenfalls reden durften) hinterfragt. Die Antwort relativierte dann den Vortrag: Die Restwassermenge ist erstens noch nicht festgelegt. Und zweitens, die Behauptung '80 bis 90 Prozent der Wasserfläche bleiben erhalten', meint nur, dass dieser Teil von Wasser benetzt sein wird. Vermutlich würde die Saalach auf der 7,1 Kilometer langen Ausleitungsstrecke nur noch ein kümmerliches Rinnsaal darstellen. Ein anwesender Fischer merkte dazu an: Was soll die Fischaufstiegsstrecke am Schlauchwehr, wenn es unterhalb über Kilometer keine Fische gibt.

Redebeiträge und kritische Fragen gab es dann sehr viele in der Diskussion. Eigentlich nur Ablehnung. Etwa bei den Fischern im Pinzgau. Sie befürchten die Verschlechterung eines noch naturnahen Flussabschnitts und lehnen das Projekt ab. Im Vortrag sprach Reschen aber von 'höchsten ökologische Standards', von einer Flussökologie, die sich nicht verschlechtert und von der Erhaltung der Saalach als 'lebendigen und naturnahen Gebirgsfluss'. Anwesend war dagegen ein Vertreter des bayerischen Kanuverbandes, der das Projekt entschieden ablehnte.

Konfrontiert wurden die Betreiber auch damit, dass angeblich das WWA Traunstein bei einer Vorprüfung das Projekt wegen des Verschlechterungsverbotes (EU -Wasserrahmenrichtlinie) bereits negativ beurteilt habe. Reschen wusste davon nichts.

Ein Thema bei der Diskussion war auch die Wirtschaftlichkeit. Erste Planungen sind vor einigen Jahren lt. Reschen wegen fehlender Wirtschaftlichkeit aufgegeben worden. Die damaligen Baukosten wurden mit 54 Mio. Euro kalkuliert. Auf Nachfrage, was sich denn seither so gravierend geändert habe, meinte Reschen, das wären jetzt wegen der Energiewende zu erwartende steigende Strompreise. Sehr spekulativ, meinte dazu einer aus dem Publikum. Eher wäre durch die Klimaveränderung durch vermehrte Hochwasser und längeren Trockenperioden von sinkenden Erträgen auszugehen.

Fazit der Veranstaltung: Der Bürgermeister von Unken und die Gemeinderäte haben sich bei der Veranstaltung bedeckt gehalten aber sie haben wohl bemerkt, dass ziemliche Widerstände zu erwarten sind. Besonders auch deshalb, weil den Nutzen die drüben in Bayern haben. Noch im Jahr 2018 wollen die Betreiber die Unterlagen fertig haben und sie bei den Behörden zur Prüfung und Genehmigung einreichen. Da sie Widerstände, auch gerichtliche erwarten, ist so schnell aber kein Baubeginn abzusehen. Demnächst wollen sie eine weitere Vorstellung in Schneizlreuth machen.

Bericht: Ulrich Scheuerl u. Erich Prechtl, Fotos: Erich Prechtl, im Sommer 2017 aufgenommen.

Der 'noch' naturnahe Streckenabschnitt Unken - Fronau / Saalach